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14.03.2023 \\ KULTurKino Capitol

 

Lesung mit Niklas Frank

 

Niklas Frank ist der Sohn von Hans und Brigitte Frank.

Sein Vater Hans Frank war der Rechtsanwalt von Adolf Hitler in mehr als 50 Prozessen, was Hitler ihn lohnte, indem er ihn zu seinem Stellvertreter als Generalgouverneur im überfallenen Polen machte.

Hans Frank war unumschränkter Herrscher und plünderte die polnischen und jüdischen Menschen rücksichtlos aus bevor er insbesondere jüdische Männer, Frauen und Kinder in die Vernichtungslager schickte.

Seine Frau Brigitte – Niklas Franks Mutter – nannte sich selbst „Königin von Polen“ und stand ihrem Mann in Raffgier und Lust am Ausplündern der jüdischen Bevölkerung in nichts nach.

Hans Frank wurde als einer der Haupt-Kriegsverbrecher in Nürnberg angeklagt und 1946 gehenkt.

Niklas Frank hat schonungslos und rigoros die Verbrechen seiner Eltern in seinen Büchern beschrieben.

Daraus las er am Dienstag, den 14.03.2023 in Königs Wusterhausen vor höchst interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern im Alter von 13 bis fast 90 Jahren. Sie kamen aus dem gesamten Kreisgebiet, aus Berlin – einige auch aus Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber.

Nach der fast einstündigen Lesung gab es Gelegenheit für Fragen.

Die TeilnehmerInnen waren beeindruckt von Niklas Franks klaren Antworten, seiner Vitalität und seinem Humor – die Märkische Allgemeine Zeitung beschrieb das auf der Lokalseite so:

„Die ersten Reihen sind voll mit jungen Gesichtern. Alle sind sie an diesen Dienstagabend freiwillig da. Sie gehen auf das Humboldt-Gymnasium in Eichwalde, viele von ihnen besuchen den Leistungskurs Geschichte. Auch Leonel Wolf. Eine Frage, die ihm auf der Zunge lag: „Wenn Sie noch ein Gespräch mit Ihrem Vater führen könnten, worüber würden Sie sprechen?“ Niklas Frank sagt, dass er nie verstanden hätte, wieso sein Vater voller Feigheit steckte. „Er hat seine Verbrechen und seine Schuld nie wirklich eingesehen. Ich mochte diesen Verbrecher Hans Frank nicht“, antwortet er.“ – Charleen Effenberger MAZ vom 15.03.2023.

Am 09.03.2023 beginn Niklas Frank seinen 84. Geburtstag.

Thomas Thiele vom Stadtjugendring, der die Veranstaltung eröffnete, gratulierte nachträglich und übergab kleine Präsente. Er beschrieb in seiner Eröffnungsrede, wie lange man sich um diese Veranstaltung bemüht hatte; zunächst hatte Covid-19, dann eine Erkrankung Niklas Franks im Dezember 2022 verabredete Termine platzen lassen.

Umso mehr freuten sich die Organisatoren der Lesung, die durch die Partnerschaft für Demokratie wesentlich finanziert wurde, dass fast alle Plätze des KULTurKinos Capitol besetzt waren.

Nach über zwei Stunden stand Niklas Frank für weitere persönliche Gespräche bereit. Viele nutzen die Gelegenheit, Bücher signieren zu lassen.

Leseempfehlungen:
 

  • Der Vater – Eine Abrechnung (1987)

  • Meine deutsche Mutter (2005)

  • Bruder Norman! (2013)

  • Meine Familie und ihr Henker (2021)

www.https://niklasfrank.de

© GKD, März 2023

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